Die Geschichte des Ortes

Den Namen des Ortes kann man auf mehrere urkundliche Erwähnungen zurückführen. So überschrieb 1277 der Ritter Albertus zu Reckenberg ein Teil seines Gutes dem Kloster Werbe. Unter den 19 namentlich genannten Zeugen war ein Albertus Hilderici Filius (Sohn des Hildericus). Hildericus könnte auf die Herkunft von Hildershausen, Hillershausen, hinweisen.

1303 wurden dem Kloster Schaaken 6 Gulden verschrieben. Unter den Ratsherren von Korbach, die als Zeugen auftraten, war ein Johannes de Hilderchus, auch ein Hinweis auf den Namen Hillershausen.

Die nächste Nennung findet sich dann in einem 1338 entstandenen Lehngüterverzeichnis der Grafen von Arnsberg, hier wird auch der Zehnte zu Hillershausen – Hilkeshusen aufgeführt.
Die erste Siedlung mit dem späteren Namen Hillershausen ist aus unbekannten Gründen (wie viele andere Orte in unserer Umgebung auch) und zu unbekannter Zeit wüst (ausgestorben) gegangen.

In einem um 1500 angefertigten Verzeichnis heißt es, die von Medebach haben sich die Wüstungen Altzlar, Hildershausen, Holtzhausen, Leuterkhausen, Langeln und Glindfeld unterzogen.

Doch 1517 wird im Landessteuerregister der Freigrafschaft unter Hildershusen wieder ein Steuerzahler genannt:

Hensken Duckmans mit 4 Gulden, die sich bis 1547 auf 7 Steuerzahler erweiterten.

 

Ehrenmal nach dem ersten Weltkrieg

 

Grenzstreitigkeiten

In Jahrhunderte anhaltenden Grenzstreitigkeiten zwischen den Grafen von Waldeck auf der einen und den Edelherren von Büren und dem Erzbistum Köln auf der anderen Seite, wobei die Bevölkerung mehrmals die Konfession wechseln musste, wurde 1663 die Grafschaft Düdinghausen geteilt, und die Orte Hillershausen, Eppe und Nieder-Schleidern kamen mit einer klaren Grenzziehung zum Fürstentum Waldeck.

 

Das Hillershäuser Schnadebier

Da die Hillershäuser ihre Ländereien zum Teil auf Medebacher Gemarkung haben und dort auch ihr Vieh hintreiben, waren sie verpflichtet, jährlich dafür 1 Ohm Bier (etwa 150 Liter) zu zahlen. Dieses Bier wurde dann anlässlich der alle 3 Jahre stattfindenden Schnadezüge vertrunken.

Nachdem von den Medebachern die Schnadezüge 1861 eingestellt wurden, weigerten sich die Hillershäuser, das Geld für das Bier zu zahlen. Hierdurch entstand ein langer Rechtsstreit zwischen Medebach und Hillershausen über mehrere Instanzen und endete mit folgendem Urteil: Als Entschädigung mussten die Hillershäuser 30 Taler sowie für die zurückliegenden Jahre je 9 Taler an die Medebacher zahlen. Im Gegenzug musste Medebach sich mit der Ablösung des alten Rechts einverstanden erklären. Die Bewohner der Österstraße werden wohl noch lange bedauert haben, dass es nun keine Schnadezüge mit Freibier mehr gab. In neuerer Zeit aber haben die Medebacher wieder ihre Schnadezüge aufgenommen – auch ohne Hillershäuser Schnadebier.

Wahl des Bürgermeisters

Ab 1850 wurden die Dorfrichter als Vertreter der Obrigkeit von einem gewählten Gemeinderat und Bürgermeister abgelöst, und ein ebenfalls gewählter Schriftführer schrieb ab da die Protokolle der Gemeinderatssitzungen.

 

Hier einige Auszüge:

1857: Lehrer Ittermann erhält für 3 Taler Jahresmiete bei Kasper Schulte eine Wohnstube mit Schlafkammer.

 

1858: Der Kuhhirte Joseph Althaus erhält für das Nachtblasen (Nachwächter) von jedem Beiwohner ein Bund Stroh und 5 Groschen pro Jahr.

Die Schule erhält jährlich ihr Brennholz bis zum 1. Dez. kleingehauen geliefert. Es muss Buchenholz sein. Kasper Schulte ist zur Lieferung bereit und erhält dafür 11 Taler 5 Groschen.

1874: Die vom Kreisamt geforderte Anschaffung einer Feuerspritze wird abgelehnt, weil dafür kein Geld vorhanden ist und es im Ortsbereich auch zu wenig Wasser gibt, um sie einzusetzen.

1897: Die Särge für 2 verstorbene arme Mitbürger sollen aus der Armenkasse bezahlt werden.

1912: Für die Nationalspende für den Zeppelinbau werden 20 DM bewilligt.

1932: Eine Erhöhung der Gemeindesteuer wird abgelehnt, da 2/3 der Einwohner der Gemeinde die Steuer nicht zahlen können.

  

Die Einwohnerentwicklung des Ortes

1541: 3   Haus- und Hofstätten

1748: 12 Haus- und Hofstätten                 76 Einwohner

1905: 29 Haus- und Hofstätten                 205 Einwohner

1985: 77 Haus- und Hofstätten                 292 Einwohner

2011:                                                     282 Einwohner

 

Hillershausen Ortsteil von Korbach

Bis 1970 bestand Hillershausen als selbstständige Gemeinde, darauf erfolgte durch die Gemeindereform der freiwillige Anschluss an die Stadt Korbach. Nun wird der Ort durch den Ortsbeirat und einen Ortsvorsteher geleitet.

Wichtige Ereignisse, die unser Dorf geprägt haben:

 ca. 1650  Bau der ersten Kirche (Fachwerkkirche)

1770        Hillershausen besteht aus 20 Häusern mit 114 Einwohnern.

1864        Der Ort erhält den ersten Briefkasten.

1882        Bau eines Leiterhauses für die Feuerwehr (Wahrscheinlich das alte Feuerwehrhaus am Ehrenmal).

1903        Der Gutshof von Herrn Canisius bekommt den ersten Telefonanschluss im Dorf.

1905        Bau der neuen Schule im Grundweg. Hillershausen hat 205 Einwohner.

1914        Hillershausen wird ans Stromnetz angeschlossen.

1932       Gründung des Sportvereins.

1934       Gründung der Freiwilligen Feuerwehr.

1936       Hillershausen beginnt mit dem Bau der neuen Kirche, da die alte Kirche zu klein geworden ist.

1937       Die neue Kirche wird am 29.09.1937 (Patronatsfest St. Michael) offiziell eingeweiht. Die alte Fachwerkkirche wird zu einer Scheune umgebaut und von der Familie Emde für landwirtschaftliche Zwecke genutzt.

1942      Hillershausen bekommt ein Trinkwassernetz.

1945      Hillershausen wird am 29. März durch amerikanische Truppen besetzt. Auf dem Gutshof  wird  ein Feldlazarett für verwundete Amerikaner eingerichtet. Es gibt ca. drei Tage lang Gefechte mit der Heeresgruppe B, die über Medebach in Richtung Edersee einen letzten Versuch zum Ausbruch aus dem Ruhrkessel unternehmen. Gefechte tragen sich in Richtung Medebach, Faust und Oberschledorn zu.

1956      Abriss der alten Fachwerkkirche. Wahrscheinlich wird auch der anliegende Dorfbrunnen Opfer der Abrissarbeiten.

1959      Gründung des Müttervereins. Gründung der Landjugend.

1960      Die Firma „Impala“ (Lampenfabrik) beschäftigt 40 Mitarbeiter.

1961      24 Ortsbewohner gründen eine Gefriergemeinschaft. In den darauf folgenden Jahr wird ein neues Gefrierhaus gebaut.

1964      Bau des neuen Sportplatzes.

1974      Die Schule wird geschlossen und der Jugendclub gründet sich.

1975      Unter dem Dach des Sportvereins gründet sich der Karnevalsverein.

1980      Hillershausen hat 312 Einwohner.

1982      Die ehemalige Lampenfabrik wird zur Mehrzweckhalle umgebaut. Im Anbau befindet sich der neue Feuerwehrstützpunkt.

1995      Das ehemalige Transformatorenhaus wird zum Jugendraum umgebaut.

2008      Der alte Friedhof wird zu einer Gedenk- und Ruhestätte eingeebnet, das Ehrenmal wird versetzt. Der angrenzende Dorfplatz mit Pavillon wird am 31.05.2009 eingeweiht.

2010      Die Gefriergemeinschaft stellt den Betrieb ein und die Vereinigung löst sich auf. Im gleichen Jahr gründet sich die IG Bürgerstube. Das alte Gefrierhaus wird zur Bürgerstube umgebaut und im Jahr 2011 fertig gestellt.


1957 Hillershausen bekommt eine Tankstelle

Zu der Zeit, als die Motorisierung der Landbevölkerung immer weiter voranschreitet, Trecker und PKW’s immer mehr Pferde- und Ochsengespanne ablösten, waren pfiffige Handelsvertreter in den Ortschaften unterwegs, um geeignete Standorte für eine Tankstelle zu finden.

Zu dieser Zeit entstanden nicht nur in unserem Landkreis viele kleine Tankstellen.

Prädestiniert waren immer die Dorfschmieden, die oftmals die besten Voraussetzungen für eine Tankstelle hatten. Ursprünglich wurden dort Pferde, Kühe und Ochsen beschlagen, später kamen Reparaturen an Trecker, Binder, Mäher und allmögliches landwirtschaftliches Gerät hinzu. Da liegt es doch auf der Hand, an solch einem Punkt der Begegnung eine Tankstelle zu gründen.

„Bräumeckes Schmiede“  also sollte auch Tankstelle werden. Feine Herren der Firma „Emhagol“ aus Bielefeld brachten die Sache ins Rollen.

Natürlich mussten noch diverse Voraussetzungen geschaffen werden. Der ursprüngliche Hof war zu klein, sodass Schmied Josef Schlichtherle noch ein paar Quadratmeter Hoffläche kaufte und die Stellfläche für die erste Säule herrichtete.

Die erste Säule, in der Tat eine „Zapfsäule“. Das Benzin in einem Stahlbehälter mit manueller Pumpstation darüber. Handarbeit für den Tankwart.

Zwei Jahre später wurden aber bereits elektrische Säulenpumpen installiert. Ein Erdtank mit zwei Kammern, jeweils 5000 Liter Fassungsvermögen wurde eingelassen, in denen Benzin und Super-Benzin gelagert wurde.

Die Jahre vergingen, viele Anekdoten wären zu erzählen, die sich bei Bräumeckes Schmiede ereignet haben.

Dann 1990 kam das Aus für die Tankstelle.

Unrentabel und dem Zeitgeist nicht mehr entsprechend, deshalb sah sich Willi Schlichtherle sen. gezwungen, die Tankstelle zu schließen. Leider wurde damit, wie all zu oft in kleinen Ortschaften wieder ein Stück Zeitgeschichte besiegelt. Von Bildern und aus Erzählungen wird die Zeit, als Hillershausen noch eine Tankstelle hatte jedoch in Erinnerung bleiben.

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